Der Fall Josef Baumann vor dem NS-Sondergericht Trier neu

Todesstrafe für versuchten Handtaschenraub
Der 20-jährige Josef Baumann wurde am 12. Dezember 1939 wegen eines versuchten Handtaschenraubes vor dem NS-Sondergericht unter dem Vorsitz von Dr. Walther Lütcke nach § 2 der "Verordnung gegen Volksschädlinge" vom 5. September 1939 (Verbrechen unter Ausnutzung der Verdunkelung) zum Tode verurteilt.
Der Vortrag beleuchtet zunächst die nationalsozialistischen Sondergerichte allgemein: Was waren deren historische Wurzeln? Was waren die grundlegenden Verordnungen? Was war das Besondere am sondergerichtlichen Verfahren? Der Fokus liegt auf der Sondergerichtsbarkeit in Rheinland-Pfalz. Wie ist die "Verordnung gegen Volksschädlinge" in das neue Kriegsstrafrecht einzuordnen?
Der Fall und dessen Vorgeschichte werden rekonstruiert. Ein zentraler Aspekt wird die Darstellung und Betrachtung des Urteilsspruches sein: Wie begründete das Sondergericht die Todesstrafe? Wie hat Josef Baumann das Todesurteil, seine zweimonatige Haftzeit im Gefängnis Köln-Klingelpütz als auch die vorherigen Ereignisse wahrgenommen?
Hierzu soll ein Blick auf das System an sich und dessen zentrale Akteure geworfen werden, um dem Zuhörer einen differenzierten Einblick in ein vielen unbekanntes und dunkles Kapitel der deutschen Geschichte - der nationalsozialistischen Sondergerichtsbarkeit - zu geben.




1 Abend, 15.11.2018
Donnerstag, 19:00 - 21:00 Uhr
1 Termin(e)
Felix Knecht
0.145
Kreis- und Stadtbücherei Kusel, Fritz-Wunderlich-Straße 47, 66869 Kusel
kostenfrei